
Die Monate vor dem Einmarsch in Millingen.
Für die Menschen, die an der Grenze wohnten, hatte der Krieg schon 1937, 1938 begonnen, weil die Deutschen entlang der ganzen Grenze Sperren errichteten, damit niemand die Grenze überschreiten konnte. In Nachbarschaftsläden wurde auch schon viel darüber gesprochen, ob es Krieg geben würde. Kurz vor dem deutschen Einmarsch wurde auch in Millingen über dunkle Gestalten gesprochen, die abends spät durch Millingen umherstreiften. Das sollen deutsche Späher gewesen sein. Viele Menschen in Millingen wussten, dass Krieg kommen würde, die Frage war nur noch, wann es geschehen würde.
10. Mai 1940, der Tag des Einmarsches.
Alle wurden früh in Millingen durch Lärm in der Luft wach. Deutsche Flugzeuge flogen um 03:45 in die Niederlande ein, um bestimmte Orte anzugreifen. Nicht viel später kamen die ersten deutschen Truppen bei Millingen über die Grenze. Sie gingen direkt zu allen wichtigen Gebäuden im Dorf, um diese zu besetzen. Bald waren alle Straßen mit deutschen Soldaten gefüllt, und es lagen auch Soldaten am Deich, um Fort Pannerden am 10. und 11. Mai zu beschießen. (Wenn Sie mehr über den Beschuss auf Fort Pannerden lesen möchten, klicken Sie hier.) Wenn man das Fenster öffnete, um zu sehen, was los war, richteten deutsche Soldaten das Gewehr auf einen und riefen „Fenster schließen“. Auf der Heerbaan standen lauter Truppen deutscher Soldaten mit Lastwagen und Motorrädern und warteten. In Millingen selbst haben die Deutschen keinen Widerstand von niederländischen Soldaten erhalten. Später am Tag sahen einige Millinger Menschen, die in Bimmen oder Keeken wohnten und oft nach Millingen kamen, nun plötzlich in deutscher Uniform dastehen und Millingen besetzen. Die Tage nach dem 10. Mai blieb es ruhig im Zentrum von Millingen, aber in der Luft blieb es geschäftig mit den deutschen Flugzeugen, die weiter in die Niederlande flogen.
Die Tage nach dem Einmarsch.
Nach dem Einmarsch gab am 13. Mai 1940 der Bürgermeister von Millingen im Auftrag der deutschen Behörde die Nachricht an alle Bürger von Millingen weiter, dass Sabotieren oder das Entgegenwirken der Deutschen zur Todesstrafe führen würde. Im Radio durften nur noch deutsche Sender zu hören sein. Alle Fenster mussten abgedeckt werden, sodass von innen aus dem Haus kein Licht mehr auf die Straße fiel. Ab dem 14. Mai musste jeder wieder arbeiten gehen. Diese Regeln traten sofort in Kraft. Bald ging in Millingen die Nachricht um, dass zwei Millinger Jungen während des Einmarsches gefallen waren. Johannes Wilhelmus Strik ist am 11. Mai 1940 in Rhenen umgekommen und ist 25 Jahre alt geworden. Gerardus Lambertus Spann ist am 13. Mai 1940 durch einen Granatsplitter am Grebbeberg umgekommen und ist 26 Jahre alt geworden. Beide Jungen liegen begraben auf dem Militär-Ehrenfeld Grebbeberg.
Johannes Wilhelmus Strik
Gerardus Lambertus Spann
Quellen: Archiv Gemeinde Millingen, Privatarchiv Siem van der Kolk.





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