Armstrong Whitley MK V, Seriennr. T-4203 der No. 78 Squadron.
Am 9. Januar 1941 stürzte um 23:18 Uhr ein britischer Bomber brennend auf dem Eis im “Kattenderm” in der Millingerwaard in der Nähe des Lange Paal, zwischen Millingen und Kekerdom, ab. Es handelte sich um eine zweimotorige Armstrong Whitley MK V, Seriennr. T-4203 der No. 78 Squadron in Dishforth in Yorkshire.

Auf dem Rückflug abgefangen.
Das Flugzeug war an diesem Abend um 17:57 Uhr von Dishforth zu einem nächtlichen Bombenangriff auf die Ölraffinerie von Gelsenkirchen im Ruhrgebiet gestartet und befand sich nach über fünf Stunden Flug nun auf dem Rückweg. Es ist anzunehmen, dass der Pilot dem Rhein wie einem silbernen Band in dieser klaren Nacht folgte, um den Weg zurück zum Stützpunkt in Ostengland zu finden. Leider wurde er von einem deutschen Messerschmitt BF 110 Nachtjäger entdeckt. Der Pilot dieses Nachtjägers, Oberleutnant Reinhold Eckard, gehörte zur 6. Staffel der Nachtjägergruppe I, mit Heimatstützpunkt auf dem Flugplatz Deelen bei Arnheim. Der schnelle deutsche Nachtjäger sah den langsamen Bomber herannahen und konnte ihn leicht abschießen. Damit war dies zugleich Eckards erster Nachtsieg. Der Bomber zerschellte auf dem Eis, und alle fünf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Am 12. Januar 1941 wurden diese gefallenen Besatzungsmitglieder von der deutschen Besatzungsmacht mit militärischen Ehren auf dem ehemaligen protestantischen Friedhof an der Zeelandsestraat in Millingen aan de Rijn beigesetzt. 1947 wurden ihre sterblichen Überreste überführt und auf dem Soldatenfriedhof der Commonwealth War Graves Commission in Mook erneut bestattet, Grabnummern IV-B-8 bis einschließlich IV-B-12.
Augenzeugenbericht
Jan Awater beschreibt den Vorfall mit dem Flugzeug in einem Brief vom Mai 1985, gerichtet an Wily Strijbos. Während des Absturzes des Flugzeugs wohnte er an der Millingsedam (heute Waiboerweg):
“Was mir auch noch in Erinnerung ist, ist der Abschuss eines englischen Bombers am 9. Januar 1941. Es war den ganzen Abend schon unruhig in der Luft gewesen, unter anderem Flugzeuge, Flakgeschütz (so hieß das, glaube ich, damals) und Suchscheinwerfer. Wir waren gerade nach oben gegangen, um schlafen zu gehen. Dann hörten wir ein Flugzeug aus Deutschland zurückkommen mit Motorstörung. Also schauten wir aus dem Dachfenster, und es war ein Tommy. Er stand in Flammen und kam direkt am Fluss entlang auf uns zu. Eine Angst überkam uns. Er war nur 100 Meter hoch, als er über unser Haus kam, bog nach rechts in die Polder ab und stürzte bei der Kattenderm (so hieß diese Ecke damals) ab. Die Besatzung hatte das Flugzeug zu spät verlassen. Es waren fünf Mann. Sie lagen um das Flugzeug herum auf dem Eis, völlig ineinander verkrümmt. Es war eine Katastrophe.“
Fünf Briten ums Leben gekommen.
Die gefallenen britischen Besatzungsmitglieder:
RAF Sergeant, Stanley Hudson BURLEY, Co-Pilot, 23 Jahre alt, Nr. 754658 (Grab IV-B-9), aus Great Malvern in Worcestershire.
RAF Sergeant, Lawrence Dudley NORMAN, Beobachter, 19 Jahre alt, Nr. 755448 (Grab IV-B-10), aus Banstead in Surrey.
RAF Sergeant, Arthur William ASTLE, Funker, 20 Jahre alt, Nr. 939723 (Grab IV-B-8) aus Aston, Birmingham.
RAF Sergeant, Victor TARRANT, Funker & Bordschütze, Alter unbekannt, Nr. 970710 (Grab IV-B-11).
RAF Sergeant, Charles Arthur SMITH, Pilot, Alter unbekannt, Nr. 742847 (Grab IV-B-12).
Quellen: Privatarchiv Siem van der Kolk. Wily Strijbos aus dem Buch ‘Kekerdom in bange dagen’











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