Abgestürzte B-17 im Rhein.

Wie die letzte Mission des amerikanischen B-17-Bombers 43-38434 verlaufen ist.

Am 7. Oktober 1944 startete vom Flugplatz Podington in Bedfordshire, England, das 327th Bomb Squadron der 92nd Bomb Group. Sie hatten den Auftrag erhalten, Zwickau zu bombardieren. An diesem Tag war schönes Wetter und die Mission verlief soweit wie geplant ohne große Verluste. Durch das schöne Wetter konnten sie höher fliegen als sonst, wodurch die deutsche Flugabwehr weniger Einfluss auf sie hatte. Als sie gegen 12:00 Uhr ihrem Ziel näher kamen, wurde von den Deutschen mehr Widerstand geleistet. Die Flugabwehr nahm an Intensität zu und immer mehr deutsche Jäger griffen die Gruppe an. Als sie bei ihrem Ziel waren, konnten sie ihre Bomben nicht einfach abwerfen wegen des Rauches, der ihre Sicht auf ihr Ziel behinderte. Die Bomber mussten eine zusätzliche Runde fliegen, um die Bomben richtig abzuwerfen, wodurch sie länger feindlichem Abwehrfeuer ausgesetzt waren.

Wie die B-17 43-3843 im Rhein abstürzt.

Einer der Bomber war die B-17 mit der Hecknummer 43-3843 unter dem Kommando von 1. Leutnant Charles Kerr, dem Piloten. Der Bomber wurde zum ersten Mal über Dresden getroffen, dabei fiel Motor Nummer 3 aus und musste in Segelstellung gebracht werden. Einige Minuten später ging auch Motor Nummer 2 in Segelstellung. An sich war es kein großes Problem, wenn 2 Motoren ausgefallen waren. Die Folge war jedoch, dass sie keine Höhe mehr gewinnen und keine ausreichende Geschwindigkeit mehr erreichen konnten. Sie mussten andere Bomber vorbeiziehen lassen, weil sie zu langsam flogen. Leutnant Kerr bat noch um Luftschutz und flog in Richtung Brüssel. Die B-17 erlitt inzwischen immer mehr Schäden und es gab immer mehr Verwundete unter der Besatzung. Um 14:21 Uhr flog die B-17 über Zevenaar und Pannerden, wo sie mehrmals von Flak getroffen wurde. Leutnant Kerr gab über Pannerden den Befehl, den Bomber zu verlassen. Leutnant Kerr sprang selbst ein paar Sekunden später über Millingen ab, obwohl der Bomber schon sehr niedrig flog und er dadurch die Gefahr hatte, dass sich sein Fallschirm nicht öffnen würde. Aber er hatte keine andere Wahl. Die B-17 machte eine große Kurve über Millingen und kam schließlich um 14:23 Uhr im Rhein bei der Werft zum Liegen. Leutnant Kerr landete mit dem Fallschirm in Millingen bei Wim Van Wijck auf dem Deich. Die Deutschen standen schon bereit, um Leutnant Kerr gefangen zu nehmen, und er übergab sofort seine Waffe. Den Rest, den er noch in seinen Taschen hatte, an Zigaretten und Süßigkeiten, gab er den Millinger Bürgern, die dabei standen. Während er alles übergab, fragte ihn ein deutscher Soldat: „Where did you take off?“ Kerr antwortete: „I am a soldier and cannot tell it you, it is a military secret“. Insgesamt haben 5 Besatzungsmitglieder den Absturz überlebt und wurden anschließend gefangen genommen. Die anderen 5 Besatzungsmitglieder kamen beim Absturz ums Leben und wurden nie wieder gefunden. 

Die Besatzung der B-17 43-38434:

RO T/SGT Robert E. Devaney  KIA

BOMB 1LT Joseph S. Barrett  POW

NAV 2/LT William H. Cummings POW

NAV2 1LT Leroy R. Draud  POW

Quellen: NARA, Studiegroep Luchtoorlog 1939-1945, IWM, American Air Museum und Privatarchiv Siem van der Kolk.

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